Presseratsbeschwerde: Verunglimpfung von Alice Weidel durch WamS

Beschwerde über eine Veröffentlichung der ‚Welt am Sonntag‘ vom 10.9.17, S.1/6 mit der Überschrift ‚Weidel will Veröffentlichung rassistischer E-Mail stoppen‘

                                                                                                           Berlin, 22.September 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Abonnent der ‚Welt‘ lese ich gelegentlich auch die WamS – und musste an besagtem Sonntag schlucken: das liberale AfD-Aushängeschild eine Rassistin?

Ich bitte Sie, dem Flaggschiff des Springerkonzerns eine öffentliche Rüge auszusprechen – aus den folgenden Gründen:

1.      Nachprüfbarer Fakt ist, dass Alice Weidel eine bekennende Homosexuelle ist, die also quasi kraft Lebensstil für eine Politik eintreten muss, diese liberale Freizügigkeit zu erhalten.

2.      Nachprüfbarer Fakt ist, dass Alice Weidel mit einer Frau zusammenlebt lebt, die aus Sri Lanka stammt, was jedem angeblichen Rassismus hohnspricht.

3.      Nachprüfbarer Fakt ist, dass Alice Weidel immer dem wirtschaftsliberalen AfD-Flügel (zuerst um Bernd Lucke) zugehörte, der den Euro ablehnte, und andere, weit rechts stehende nationalkonservative Politiker wie Björn Höcke, von Anfang ablehnte, ja für deren Parteiausschluss sorgen will; das passt haargenau zu ihrem liberalem Lebensstil.

4.      Nachprüfbarer Fakt ist, dass die im Faksimile abgedruckte angebliche Email auf Seite 6 der WamS tatsächlich einen Inhalt hat, der von einem Rassisten mit reichsbürgerlichem Hintergrund stammen könnte – also eher aus dem Milieu kommt, das Alice Weidel in ihrem öffentlichen Leben als Politikerin vehement bekämpft.

5.      Nachprüfbarer Fakt ist der offensichtliche Widerspruch zwischen öffentlich zum Ausdruck gebrachten AfD-Ansichten von Alice Weidel und angeblich im Dumpfen schwärenden, verheimlichten Ressentiments im privaten Emailverkehr im Artikel gar nicht benannt, geschweige denn diskutiert wird.

6.      Nachprüfbarer Fakt ist, dass der sprachliche Duktus der angeblich von Alice Weidel stammenden Email so flegelhaft ist, dass er einer deutschen Doktorin schwer entsprechen kann: wer, bitte, schreibt heutzutage die Umlaute statt mit den üblichen in Deutschland gebräuchlichen Buchstaben ‚ä, ü und ö‘ in der anglisierten Schreibweise mit ‚ae, ue und oe‘?

7.      Ein Journalist, der anderen als seinen eigenen Meinungen nicht Raum gibt und offenbare Widersprüche nicht benennt, sollte im hohen Bogen aus der Redaktionsstube fliegen – mit Schimpf und Schande. Das ist nicht nur eine Verhöhnung der journalistischen Sorgfaltspflicht, sondern der Versuch, den guten Ruf eines anderen zu zerstören – und ist strafbar.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Stephan Gröne

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