Beichte: das Beste vor der Eucharistie

Warum beichten?

Berlin, 16.Dezember 2017

 

Wer den Beichtstuhl besucht, gilt als ewiggestrig, weil er etwas tut, was man nicht tut. Was aber tut man, wenn man beichtet?

 

  1. Erinnerte Schuld bedeutet eine Geschichte zu haben

Wer beichtet, erinnert sich an seine Vergangenheit. Wenn wir beichten gehen, beschäftigen wir uns mit Handlungen von gestern. Wir leben nicht zusammenhanglos im Hier und Jetzt. Nicht der Zufall regiert uns und nicht das Faustrecht hat uns buchstäblich in der Hand.

 

  1. Schuld zu erkennen bedeutet logisch zu denken

Das Faustrecht ist ein anderes Wort für: Zufall. Denn das Recht des Stärkeren ist die Abhängigkeit von den Wechselfällen des Lebens.

Wer also beichtet, geht heraus aus der Welt des Zufalls und entdeckt den Gott des Sinnes. Der Eine, der Fleisch wurde, ist auch der Eine, der das Wort selbst ist.

Wer also eigene Schuld in der Vergangenheit verortet, erkennt die Gradlinigkeit der Vernunft (Logik). Und das ist eigentlich nur: Ursache und Wirkung.

 

  1. Moral ist logisches Handeln

Wenn wir also über unsere Schuld nachdenken, dann erkennen wir: wir sind nicht wie ein geworfener Kehricht, sondern Subjekte unseres Handelns. Denn wir können in Freiheit so oder anders handeln.

Wer also meint, dem Zufall und dem Faustrecht unterworfen zu sein, ist eigentlich nicht frei, sondern Sklave: der Erziehung oder der Vererbung oder durch teuflische Besessenheit.

 

  1. Moral führt zu Gott

Nur wenn es einen Gott gibt, macht Moral Sinn. Denn die Frage muss erlaubt sein: wenn es Freiheit gibt, muss sie Sinn machen. Ansonsten brauchen wir uns keine Fragen stellen.

Denn wenn alles erlaubt ist, ist Moral sinnlos, also auch das Denken.

 

  1. Moral ist das Proprium des Menschen

So gesehen ist die Moral also das Beste, was uns geschehen kann: sie gibt uns Würde, weil wir weder dem Faustrecht noch dem Zufall unterworfen sind.

  1. Die Zehn Gebote bestätigen unsere menschliche Freiheit

Die Zehn Gebote drehen sich um zweierlei: die Heilige Dreieinigkeit und ihr Schutz (1.Tafel) und die Heilige Familie und ihre Bewahrung (2.Tafel). Moral macht ja nur dann Sinn, wenn es etwas Gutes zu bewahren gibt.

Nur wenn das, was ist, gut ist, kann es schützenswert sein. So ist der Gott der Gebote zugleich der Gott der Freiheit.

 

  1. Moral in Freiheit bestätigt unsere Würde

Wenn das Faustrecht herrscht und nicht Gott, dann regiert der Zufall des Stärkeren. Jeder Mensch verliert dadurch seine Würde, weil es keine Freiheit gibt.

Die Freiheit der Wahl ist zugleich die Würde des Menschen. Gott ist so gesehen der letzte Garant der freiheitlichen Würde des Menschen. Denn Seine Zehn Gebote fordern Freiheit.

 

  1. Felix culpa: Beichte ist fast das Schönste auf der Welt

Ja, die Beichte schenkt uns letztlich die schönste Erinnerung an unseren göttlichen Ursprung: denn hinter unserer Sünde steht der barmherzige Gott. So erinnert uns die Sündenerkenntnis an den Einen und Einzigen, den wir lieben sollen.

 

  1. Das Schönste auf der Welt: die Liebe zu Gott

Wir sind nicht auf der Welt, um zu beichten. Natürlich nicht, denn wir müssen ja nicht sündigen. Wir sind auf der Welt, um Gott und unseren Nächsten zu lieben.

Und die Beichte ist der Zugang für uns, wenn wir gefallen sind: Halleluja!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s