Moralische Absoluta: warum mit Amoris laetitia alles ins Schwimmen kommt

Sittenmoral oder Faustrecht?

                                                                                                        Berlin, 20.Januar 2018

Unsere tapferen dubia-Kardinäle haben mit der Veröffentlichung ihrer Großtat vor mehr als einem Jahr besonders auf die Gefahr durch das päpstliche Schreiben Amoris laetitia für die Moralehre überhaupt – nicht nur für das Ehesakrament – hingewiesen ( vgl. besonders Zweifel Nr.2 Die fünf dubia der vier Kardinäle ).

Was hat es mit den so genannten moralische Absoluta auf sich? Der Inhalt ist lange bekannt, der Begriff selbst stammt aus der Enzyklika von Johannes Paul II. Veritatis splendor (dort Nr. 79 Veritatis splendor ).

Es geht, kurz gesagt, um alles: gibt es moralische Normen, die immer gelten? Oder steht alles in Abhängigkeiten?

Wenn alles in Abhängigkeiten steht, dann ist ein Fall anders als der andere. Vor lauter Bäumen ist dann ein Wald nicht mehr zu erkennen. Situationsethik und alle anderen Relativierungen haben hier ihren Ursprung.

Und es geht um mehr: ein moralisches Absolutum ist in den Zehn Geboten immer negativ zu verstehen im Sinne von ‚Du sollst nicht!‘

Eigentlich ist das ganz einfach, es sind die so genannten Verbote, die man auch vernünftig begründen kann.

  • Du sollst nicht töten: jeder will leben; wer aber anderen das Leben nimmt, dem darf das Gleiche auch geschehen. Das kann niemand wollen, also ist es vernünftig, den anderen leben zu lassen.
  • Du sollst nicht stehlen: jeder will sein Eigentum behalten, also ist es vernünftig, wenn wir uns nicht gegenseitig berauben.
  • Du sollst nicht ehebrechen: Ehen werden öffentlich geschlossen und jeder kann wissen, wer verheiratet ist oder nicht; also ist es vernünftig, anderen nicht den Partner zu stehlen und die Ehe zu brechen, weil es sonst uns selbst auch geschehen kann.

Wir sehen ganz leicht: die Verbote beziehen sich auf ein moralisches Gut, das schon vorhanden ist und jeder, wirklich jeder, erkennen kann:

  • Jeder kann wissen, ob der andere Mensch lebt oder nicht; und jeder kann wissen, wie man das Leben des anderen zu Ende führt.
  • Jeder kann wissen, ob ein Gegenstand sein Eigentum ist oder nicht; und jeder kann wissen, was es bedeutet, dem anderen etwas wegzunehmen.
  • Jeder kann wissen, ob der oder die verheiratet ist, denn es ist ja gerade kein Geheimnis; und jeder kann wissen, was Ehebruch ist.

Absolute Negativa, also vollkommen Verbotenes, ist an und für sich klar und verständlich (clare et distincte) und bedarf keinerlei Erörterung.

Wer nun anfängt, diese moralischen Absoluta in Frage zu stellen, rüttelt an unserer jüdisch-christlichen Kultur.

Die Zehn Gebote mit ihren moralischen Absoluta sagen: wir alle sind Brüder und Schwestern, weil wir alle moralisch richtig handeln können, weil wir alle das Gute und Richtige selbständig begreifen können.

Die Zehn Gebote bedingen das Reich Gottes als das Reich der freien Menschen, die sich ihres eigenen Verstandes bedienen und mit ihrem Gott das Gute tun.

Überlegen wir umgekehrt, was es bedeutet, wenn es scheinbar gar nicht klar ist, was ‚Leben und Tod‘, was ‚Mein und Dein‘ und was ‚Ehe und Unzucht‘ bedeutet.

Können wir aber nicht mehr erkennen, was gut und richtig ist, dann muss es letztlich mit Zwang durchgesetzt werden. Mit Zwang allein: nur ein totalitärer Staat könnte diesen Zwang durchsetzen – aber einer, der selbst ohne schwache Menschen besteht. Also ein Staat aus Engeln…

Mit einem Wort: eine relativistische Moral ist das Faustrecht als das Recht des Stärkeren, der eben tötet, stiehlt und die Ehe bricht, weil er es so will.

In den abertausend verschiedenen Abhängigkeiten zerfällt letztlich jede Moral – und damit jede Gesellschaft. Totalitäre Räuberbanden sind die Folge.

Oder anders gesagt: die Zehn Gebote sind in sich so vernünftig, dass sie überirdisch gut sein müssen – und ein Beweis für Gott sind.

Denn die Zehn Gebote sind nicht eine Knechtung des menschlichen Lebens, sondern bewahren das Leben schlechthin. Das Faustrecht ist ein einziger Raubzug der Zerstörung. Niemals können Räuber einen Staat gründen.

Amoris laetitia hebt schadet also nicht nur der Ehemoral, sondern zerstört sie schlechthin. Und genau deswegen ist es nicht nur angebracht, sondern geboten, diesem üblen Dokument mit all seinen Folgen entgegenzutreten und die dubia-Kardinäle im Leben und Tod zu unterstützen.

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