Sogar unser Leiden gehört Gott allein

Die Herz-Jesu-Anbetung: schöner geht es nicht!

Berlin, 27.Januar 2018

Heute vor gut 27 Jahren durfte ich endlich zu Gott kommen und mich bekehren. Und seit gut 10 Jahren bin ich gut katholisch. Und seit dem Sommer 2017 im Schweizerischen Enney probiere ich täglich etwas aus, was unendlich schön ist: die Herz-Jesu-Anbetung!

Das ist absolut katholisch, ja! Aber die Herz-Jesu-Frömmigkeit ist weit davon entfernt, katholisches Sondergut gegen die anderen christlichen Konfessionen zu sein.

Ja, wie die Marienfrömmigkeit bringt sie erst recht das zum Tragen, was ohnehin schon in der Bibel steht.

Und was steht dort? Unser HERR und Meister Jesus spricht:

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. (Evangelist Matthäus, 16.Kapitel, Verse 24b-25)

Und was ist unser Kreuz? Viele verstehen darunter etwas Selbstgewähltes, z.B. als Missionar in die Tropen gehen und für Jesus schwitzen.

Ein guter Seelsorger meinte vor kurzer Zeit im Beichtstuhl Folgendes:

Das Kreuz ist ganz persönlich von Jesus für dich handgeschnitzt worden.

Wow, besser kann man es nicht ausdrücken. Mit einem Wort: das Kreuz ist der Wille Gottes, den wir als Christen unbedingt erfüllen müssen, weil er in Gottes ewiger Vorhersehung liegt.

Und weil nichts zufällig geschieht auf Gottes Erdboden, ist unser persönlicher Lebensweg sozusagen handgeschnitzt.

Und den Willen unseres guten Gottes zu tun, haben wir im Taufgelöbnis geschworen. Den Willen Gottes zu tun oder nicht – dahinter steht ein großer Ernst. Unser Ja zu unserem Kreuz ist letztlich das Ja Jesu zum Himmel:

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. (Bergpredigt beim Evangelisten Matthäus, 7.Kapitel, Vers 21)

Und der Wille Gottes ist ganz leicht zu erkennen z.B. in unseren Pflichten im Alltag, im Beruf und in der Familie, also gegenüber anderen Menschen.

Und er ist manchmal besonders verziert, z.B. durch Krankheiten, Schwächen und andere Gebrechen.

Und das gerade ist der Kern und Stern der Herz-Jesu-Frömmigkeit: alles dem lieben Heiland aufopfern und sagen:

„Alles nur für dich und die Bekehrung der Sünder!“

Und da können wir mit unseren reichhaltigen Gaben – den guten Werken, Gebeten und Opfern sowie unseren großen Leiden in Krankheit, üblen Arbeitskollegen und vielen Sorgen und Ängsten – zu unserem Heiland kommen und mit dem Liederdichter Paul Gerhardt in seinem wohl schönsten Weihnachtslied ‚Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu du mein Leben‘ singen:

Ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.

Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und

lass dir’s wohl gefallen.

Ja, und da ist auch leider die üble Trennung zum Protestantismus, denn er kennt unseren lieben Heiland mehr als ‚Heilsfunktionär‘ und nicht als einen, der unsere Opfer dringend für seine Heilssendung braucht.

Es ist der wunderbare Völkerapostel Paulus der den wichtigsten Gedanken Jesu vom Kreuz in den Gedanken vom Leib Christi hineinnimmt und damit anschaulich macht:

Ich freue mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt. (Brief an die Kolosser, 1.Kapitel, Vers 24)

Und was heißt das? Das heißt für uns Katholiken, dass wir alles – wirklich unseren ganzen Alltag – für unseren Heiland aufopfern können.

Katholisch, das heißt doch: „allumfassend“! Jawohl, katholisch sein, das heißt allumfassend den Alltag heiligen zu können.

Denn alles gehört unserem Gott! Wenn ER Blut, Schweiß und Tränen für uns gelitten hat –  und mit Galle, Speichel und Kott beworfen wurde -, dann können wir auch unseren Eiter, unseren Nachtschweiß und unsere blutigen Schmerzen Gott schenken.

Und jetzt sagt mir einmal, in welcher Religion darf der ganze Mensch, wirklich der ganze Mensch in seinem grauen Alltag, so vor Gott treten wie wir Christen das Privileg zu tun haben?

Katholisch zu sein, heißt täglich Jubeln zu dürfen und die üblen Widrigkeiten unseres kleinen Lebens zu Gold, Weihrauch und Myrrhe veredeln zu können.

Jede Träne wird zu einem kostenbaren Edelstein, jedes Schmerzstöhnen zu einem Gebet und jede krampfhafte Verrenkung zu einer Labsal – wenn wir alles in freudiger Zuversicht in Jesu Herz aufopfern! Amen.

 

 

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