Sterben um zu leben

Wollen wir zum Brot des Lebens werden?

                                                                                                Berlin, 18. März 2018

„Unser täglich Brot gib uns heute“ beten wir ganz selbstverständlich in jedem Vaterunser. Klar, wir haben Hunger. Selbstverständlich brauchen wir etwas zwischen die Kiemen, sonst sterben wir.

Und klar: Brot, nun ja, Brot ist billig und überall und selten der Burner. Eher Standard als Luxus.

So denken wir, die wir materiell vollversorgt sind. Und so denken sicher auch die, die unterversorgt sind. Niemand würde sich um das tägliche Brot mit einem Mitbürger prügeln. Vielleicht um ein Steak oder um ein Hühnchen.

Wie sieht es geistlich aus? Schon ganz anders, oder? Die wenigsten von uns haben einen guten Pfarrer, von dem sie voll und ganz überzeugt sind. Vielleicht gibt es gute Gottesmänner bei Exerzitien und Einkehrtagen in frommen Oasen.

Und die guten geistlichen Zeitschriften sind rar gesät: die Auflagen sinken wie auch der Mut, den katholischen Glauben voll und ganz zu bekennen.

Und dann unser Jesus mit diesem eigentlich klaren Wort:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. (Evangelist Johannes, Kapitel 12, Vers 24)

Wenn das Weizenkorn in die dunkle Erde gesät wird, den feuchten Witterungsverhältnissen durch Regenwasser ausgesetzt wird und letztlich ein ganz anderes Leben führt als im scheinbar so sicheren Kornspeicher, dann bringt es buchstäblich viel Frucht.

Ja, es ist die einzige Möglichkeit, wirklich viel Frucht zu bringen: durch den Tod des Weizenkorns entstehen viele weitere Weizenkörner – in der Ähre.

Wenn das Weizenkorn zermahlen wird, wird es zum Brot, also auch eine Art Fruchtbarkeit für andere.

Wenn wir erkennen, dass wir Frucht bringen sollen, dann heißt das eigentlich: wir leben nicht für uns selbst, sondern in allererster Linie für unseren Gott und unsere Nächsten.

So wie unser Gott für uns in Jesus Christus zum Weizenkorn wurde, sollen wir auch sterben:

  • Die dunkle Ungewissheit ertragen, wenn es mit unseren eigenen Plänen zu Ende geht, ja, sie von Gott durch-kreuzt werden.
  • Die widrige Feuchtigkeit von Hitze und Wasser ertragen, die uns massiv zusetzen, um uns so umzuwandeln wie Gott es will.
  • Die Fruchtbarkeit wirklich wollen, weil wir wissen: nach dem Tod fängt das Leben erst recht an.

Wenn wir an Pater Pio und den heiligen Pfarrer von Ars denken, dann fallen uns meist nur die besonderen Gnadengaben ein: Herzensschau, Prophetie und gewaltige Menschenmassen.

Der Alltag für die Heiligen war mühsamer: wer den ganzen Tag im Beichtstuhl sitzt, sieht buchstäblich keine Sonne. Seine Glieder werden steif. Und seine Seele wird matt ob der menschlichen Abgründe.

Beten wir: Herr, erbarme dich und schenke mit den großen Herzensfrieden und die Ergebung in deinen Frieden. Amen.

 

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