Benedikt XVI und die Ehrabschneider

Wehrlos im Gartenhaus – und allem Unbill ausgesetzt?

Berlin, 23.März 2018

Papa Emeritus Benedikt XVI verbringt seinen Lebensabend praktisch im Schatten des amtierenden Papstes. Ganz in Sichtweite, doch ohne jeden Medienapparat, geschweige denn von Machtinstrumenten.

BXVI antwortet in einem Privatbrief und sagt dem Ansinnen ab, kleine Büchlein öffentlich zu rezensieren.

Alles, was er seit seiner Abdankung getan hat, ist, dem regierenden Pontifex Maximus bloß nicht in die Quere zu kommen. Niemand würde ihm unterstellen, irgendwelche Intrigen zu spinnen.

Klar ist auch: selbst wenn er aufbegehren wollte – geht nicht, weil zu alt und ohne Aufgabenbereich.

Und dieser deutsche Papst soll seine Vergangenheit verleugnen, ja er soll bejahen, was er bisher bekämpfte. Ist es im Vatikan verboten, eine Vergangenheit zu haben? Trägt er jetzt auch noch die Schuld, wenn sein Brief erst als Lobeshymne verstanden wurde, um dann später zum Sturz des Vatikanischen Pressechefs zu führen?

Die „sprungbereite Feindseligkeit“, die BXVI des Öfteren, besonders in der deutschen Ortskirche, beklagt, sie ist lebendig wie eh und je. Mit Kirchensteuergeldern darf ein Herr Joachim Frank auf Kosten des wehrlosen Papstes sein Mütchen kühlen ( J. Frank gegen BXVI ).

Und zwar in frontaler Kritik an allem, wofür der heilige Johannes Paul II. und sein ‚Panzerkardinal‘ standen: für die Rechtgläubigkeit der Weltkirche.

Lesen Sie selbst:

Der Tübinger Theologieprofessor Peter Hünermann ist ihm nicht etwa als Mitherausgeber des großen fünfbändigen Kommentars zum Zweiten Vatikanischen Konzil in Erinnerung, sondern als anti-päpstlicher Frondeur, vor allem aber als Mitinitiator der „Kölner Erklärung“. Darin hatten 1989 mehr als 200 Theologieprofessoren gegen den autoritären Führungsstil Papst Johannes Pauls II. sowie den römischen Zentralismus aufbegehrt und damit auch ihren einstigen Kollegen Ratzinger ins Visier genommen.

Und:

Eine weniger nachsichtige Betrachtung führt auf die Frage, wie viele innerkirchliche Konflikte der letzten 30 Jahre ohne diese Nickeligkeiten und Kleingeistereien des „großen Theologen“ im Kardinals- und Papstgewand hätten vermieden werden können.

Was will uns das sagen? Bist du als Papst einmal ein Nobody geworden, dann hast du gefälligst nicht nur devot zu schweigen, sondern zu allem ‚Ja und Amen‘ zu sagen – wenn du gefragt wirst.

Die selbsternannten Tugendwächter des Gewissens wollen Freiheit für selbige – nur für sich selbst, aber nicht für den rechtgläubigen Papst.

Wie schändlich und geradezu frivol ist so eine Suada gegenüber einem greisen Mann von fast 81 Jahren!

Wie Recht hat unser lieber deutscher Papst, als er kurz vor seiner Wahl warnte ( Predigt vor Papstwahl BXVI ):

Einen klaren Glauben nach dem Credo der Kirche zu haben, wird oft als Fundamentalismus abgestempelt, wohingegen der Relativismus, das sich »vom Windstoß irgendeiner Lehrmeinung Hin-und-hertreiben-lassen«, als die heutzutage einzige zeitgemäße Haltung erscheint. Es entsteht eine Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und als letztes Maß nur das eigene Ich und seine Gelüste gelten läßt.

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