In aller Öffentlichkeit IV: Homo-Häresie im Erzbistum Freiburg

Erzbischof Burger geht noch viel weiter als Berlin, Köln und München

Berlin, 2.September 2018

Erzbischof Burger möchte keine Paar-Homosexuellen-Segnung, aber nicht, weil gelebte Homosexualität Sünde sei, sondern nur deshalb, weil Kinder ausgeschlossen sind:

„Katholische Homo- und Lesben-Ehepaare werden im Erzbistum Freiburg nicht gesegnet. Erzbischof Stephan Burger begründete am Montag sein Nein mit der Festlegung von Papst Franziskus, es gebe ‚keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen‘.“[1]

Erzbischof Burger geht es also nicht um den Grundsatz, ob gelebte Homosexualität Sünde ist, sondern nur um den qualitativen Unterschied zur Ehe. Für eine Einzel-Segnung von in homosexuellen Lebensstil gefangenen Menschen ist er durchaus:

„Erzbischof Burger reagierte auf eine BZ-Anfrage, ob er die Segnung erlauben werde, über seinen Pressesprecher Michael Hertl mit der Feststellung, die Segnung einer individuellen Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare im Rahmen einer gottesdienstlichen Feier ‚könnte leicht den Anschein erwecken, genau eine solche Gleichstellung vorauszusetzen‘. Weil der Segen Gottes aber ‚keinem Menschen ganz unabhängig von seiner sexuellen Orientierung versagt werden [sic] könne, sei ‚insofern eine Segnung einzelner Personen immer möglich‘.“[2]

Erzbischof Burger will also quasi Unzucht absegnen lassen.

 

  1. Beleg: Diözesane Leitlinien[3]

Ein Wort in den Leitlinien zur Pastoraltheologie für das Erzbistum Freiburg findet man an nur einer einzige Stelle, nämlich der Fachbegriff ‚Sünde‘:

„Oft war die Nähe zu den Mächtigen größer als die zu den Armen, galt die Verkündigung eher den eigenen Regeln als der Barmherzigkeit Gottes, gab es Fixierungen auf Machterhalt und eine rigoristische Sünden- und Sexualmoral.“[4]

Nein, was jetzt über die Sexualmoral des Erzbistums Freiburg zu lesen ist, ist sicher nicht rigoristisch – und sicher nicht christlich:

„Die Erzdiözese lebt und fördert die Wertschätzung der Verschiedenheit und Einzigartigkeit aller Menschen unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung; sie nimmt die pluralen und differenzierten Lebens- und Beziehungswirklichkeiten wahr und ernst. Sie kennt die vielfältigen Realitäten derer, die in verbindlichen, auf Dauer angelegten und von gegenseitiger Liebe getragenen Beziehungen leben.“[5]

Nein, das Ziel der monogamen Ehe zwischen Mann und Frau ist hier nicht im Blick, sondern nur eine Möglichkeit „von gegenseitiger Liebe getragenen Beziehungen“.

 

  1. Beleg: Schreiben von Domkapitular Andreas Möhrle[6]

Im Schreiben vom 3.3.2009 heißt es ganz offen:

„Seelsorge für homosexuelle Menschen darf also – wie Bischof Wanke formuliert – weder ein Tabu sein, noch kann sie von der allgemeinen Seelsorge zu sehr isoliert werden. Sie unterstützt diese Frau und Männern [sic], ihre ganze Lebensrealität und ihren Lebenskontext aus dem Glauben heraus in den Blick zu nehmen. Sie will diese Personen gerade nicht auf die Fragen der sexuellen Ausrichtung reduzieren.“[7]

Nun, wenn die gleichgeschlechtliche Unzucht im Milieu der LGBT-Bewegung als Todsünde nicht ein spezielles Thema der Seelsorge ist: welches andere ‚Thema‘ ist es dann?

 

  1. Beleg: Rückmeldung der Arbeitsgruppe ‚Pastoral mit homosexuellen Menschen‘[8]

Das Erzbischöfliche Seelsorgeamt Freiburg gab am 25.10.2012 folgende Rückmeldung und stellte fest:

„Homosexualität findet in unserer Gesellschaft immer breitere Anerkennung. Bisherige Reaktionsmuster und deren Begründung sind kaum vermittelbar.“[9]

Und:

„Wenn sich die kirchliche Lehrmeinung den Ergebnissen der Humanwissenschaften weiterhin verweigert, wird dies die kirchliche Selbstmarginalisierung verstärken, die in vielen Bereichen im Gang ist.“[10]

Und:

„Es tut der Kirche Not anzuerkennen, dass Homosexualität kein ‚externes‘ Problem darstellt, zu dem sich die Kirche so oder so verhalten könnte, sondern dass Homosexualität im Volk Gottes gelebt wird und zwar in allen seinen Gruppen und Ämtern.“[11]

Zwischen den Möglichkeiten der Veränderung von homosexuellen Einstellungen durch gezielte Psychotherapie und der faktischen Überlegung, es gäbe eine genetische Prädisposition, besteht ein weites Feld, welches diese selbst ernannten Verteidiger von „Ergebnissen der Humanwissenschaften“ wohl noch nie im Blick hatten.

Es geht um die reine Kapitulation vor der öffentlichen Meinung. Dass diese Denkweise letztlich zu jeder Ablehnung von Keuschheit auch in heterosexuellen Beziehungen in, vor und nach der Ehe zwischen Mann und Frau führt, ist faktisch gegeben.

 

  1. Beleg: Interview mit dem Freiburger Priester Thomas Herkert[12]

Derselbe ‚Seelsorger‘, der 2012 meinte, die kirchliche Sexualmoral sei nicht vermittelbar, erklärt am 24.4.2015:

„der Katechismus hat ja nun schon einige Jahre auf dem Buckel. Inzwischen gibt es Erkenntnisse aus Psychologie und Humanwissenschaften, die die Aufteilung des Katechismus in sexuelle Neigung, die akzeptiert wird, und sexuelle Praxis, die verurteilt wird, fragwürdig erscheinen lassen. Doch diese neuen Erkenntnisse in den Katechismus einzuspeisen, ist ein Prozess, der viel Geduld von allen Beteiligten erfordert, weil es natürlich Vorbehalte gibt.“[13]

Anders gesagt: die Ablehnung von gleichgeschlechtlicher Sexualität seit Sodom und Gomorra, also seit reichlich viertausend Jahren, ist angesichts der „Erkenntnisse aus Psychologie und Humanwissenschaften“ nichtig. Die Menschen haben sich halt nur Jahrtausende lang geirrt, wie der heilige Apostel Paulus z.B. in seinem Römerbrief.[14]

 

  1. Beleg: Vermittlung von Gottesdiensten für Homosexuelle[15]

Im Flyer des Seelsorgeamtes Freiburg heißt es:

„Im Bereich der Erzdiözese Freiburg gibt es Gottesdienste für homosexuelle Frauen und Männer. Wir unterstützen diese Initiativen und informieren sie gerne.“[16]

 

  1. Beleg: Liturgische Vorschläge für LGBT-Gottesdienste[17]

Es finden sich bisher zwei Vorschläge auf der Internetseite des Erzbistums Freiburg: für den Christopher Street Day 2014 und 2015. Dort ist für das Jahr 2015 zu lesen:

„Wir freuen uns, dass ihr da seid/dass Sie da sind! Wir, das sind… die katholische Hochschulgemeinde Edith Stein, die Evangelische Studierendengemeinde, die evangelische und katholische Citypastoral, die AG Homosexuelle und Kirche, die altkatholische Gemeinde, in deren Kirche wir heute zu Gast sein dürfen, und das Referat Junge Erwachsene.“[18]

 

Und:

„United, wie es das Motto des CSDs ist. Denn love has no labels. Wir glauben, dass wir, egal ob homo- oder heterosexuell, lesbisch, schwul, bi, asexuell, queer, transgender, transsexuell, intersexuell, männlich, weiblich und/oder auch ganz anders, alle in unserer je eigenen Art zu leben und zu lieben von Gott geliebt und angenommen sind.“[19]

 

So richtig es ist, jeder Diskriminierung und Herabsetzung von LGBT-Menschen zu wehren, so falsch ist es, damit offene Unzucht zu fördern.

[1] http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/freiburger-erzbischof-burger-will-homo-ehepaaren-keinen-segen-geben–149555127.html

[2] http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/freiburger-erzbischof-burger-will-homo-ehepaaren-keinen-segen-geben–149555127.html

[3] https://www.ebfr.de/html/content/dioezesane_leitlinien.html

[4] A.a.O., 16.

[5] A.a.O., 42.

[6] https://www.seelsorgeamt-freiburg.de/html/ansprechpartner/pastoral_mit_homosexuellen_frauen_und_maenner.html

[7] https://www.seelsorgeamt-freiburg.de/html/ansprechpartner/pastoral_mit_homosexuellen_frauen_und_maenner.html

[8] https://www.seelsorgeamt-freiburg.de/html/ansprechpartner/pastoral_mit_homosexuellen_frauen_und_maenner.html

[9] A.a.O., 1.

[10] A.a.O., 2.

[11] Ebd.

[12] http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/wir-wollen-gesprachsbereit-sein-thomas-herkert-homosexuellen-seelsorge

[13] Ebd.

[14] Röm 1,27f.

[15] https://www.seelsorgeamt-freiburg.de/html/ansprechpartner/pastoral_mit_homosexuellen_frauen_und_maenner.html

[16] Ebd.

[17] https://www.seelsorgeamt-freiburg.de/html/ansprechpartner/pastoral_mit_homosexuellen_frauen_und_maenner.html

[18] A.a.O., 1.

[19] A.a.O., 1.

2 Gedanken zu “In aller Öffentlichkeit IV: Homo-Häresie im Erzbistum Freiburg

  1. Ja ja, die katholibenen Klerulanten von der Kinderfickersekte sind immer wieder für einen Sch(m)erz gut. Also weiterhin gut Fick! Und heiße Backoblaten im Kelch.

    Dafür ein dreifach donnerndes »Heil mein Kirchenführer!«

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