Heiliger Vater: Kritik an Kardinal Marx?

Warum ich den ‚L’Osservatore Romano‘ seit Neuestem lese

Berlin, 9.Juni 2019

Viele meinen, der Münchner Kardinal Reinhard Marx und der Heilige Vater Franziskus seien Freunde im selben linksliberalen Geist.

Als ich am 1.Mai 2019 bei der Generalaudienz den Heiligen Vater zum ersten Mal hautnah erleben durfte, hatte ich einen ganz anderen Eindruck. Er legte die Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ nicht so aus, wie ich das für richtig halte, aber doch tieffromm!

Alles, was ich von ihm weiß: er ist ein guter Hirte! Und hat sich den Sinn für die Wirklichkeit durch das Apparatschik-Getue im Vatikan nicht verbauen lassen!

Das kann man nachlesen – wahrscheinlich nur in der deutschen Ausgabe des OR vom 31.Mai 2019 (Nr.22), Seite 10 ( Papst kritisiert falschen Synodalen Weg ):

Der Heilige Vater kritisiert wörtlich den „Klerikalismus und Funktionalismus“ auf dem Diözesankongress in der Lateranbasilika – und erwähnt einen falschen ‚Synodalen Weg‘:

Viele lassen das Kerygma beiseite, erfinden Synoden und Gegensynoden …, die in Wirklichkeit keine Synoden sind, sondern nur ein »Umräumen«. Warum? Denn um eine Synode zu sein – und das gilt auch für euch [als Diözesanversammlung] –, ist der Heilige Geist notwendig, und der Heilige Geist gibt dem Tisch einen Tritt, wirft ihn um und beginnt von vorne.

Und:

Ich denke dabei – ich sage das mit Nächstenliebe, aber ich muss es sagen – an eine Diözese – es gibt sehr viele, aber ich denke an eine davon –, die alles funktionalisiert hat: eine Abteilung für dies, eine Abteilung für jenes, und in jeder Abteilung gibt es vier, fünf, sechs Fachleute, die die Dinge prüfen … Diese Diözese hat mehr Angestellte als der Vatikan!

Ich weiß jetzt nicht, wie viele Diözesen der Weltkirche mehr Angestellte als der Vatikan haben – besonders viele sind es sicher in Deutschland, würde ich mal schätzen…

Das Bistum München-Freising ist allerdings auch darunter:

Der Faktor ‚“vier, fünf, sechs“ des Heiligen Vaters kommt dabei ziemlich genau hin:

  • 16.000 Angestellte in München stehen zum Vatikan im Verhältnis zu 5,3333.

Aus verschiedensten kirchenpolitischen Gründen mag der Heilige Vater Kardinal Marx in Deutschland gewähren lassen – gerade auch nach dem Annus horribilis 2018 mit dem Orkan der Missbrauchsskandale weltweit.

Dennoch dürfen wir annehmen, dass der Heilige Vater ein frommer und guter Hirte ist, der den Sinn für die Proportionen nie verloren hat!

 

3 Gedanken zu “Heiliger Vater: Kritik an Kardinal Marx?

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