Johannes Paul II, Koran und Amazonas

Was täte Kardinal Müller mit den heiligen drei Königen?

Berlin, 26.Oktober 2019

Als der heilige Papst Johannes Paul II. im Marienmonat Mai 2001 in Damaskus den Koran küsste[1], schäumten die Piusbrüder vor Wut – und frohlockten heimlich, denn nun schien – endlich? – der Beweis für den Abfall Roms vom wahren Glauben erbracht.

Und für mich als damals beinhartem Lutheraner war ebenfalls glasklar: so wie weiland Martin Luther Rom als Hure Babylon verunglimpft hatte, so ist sie heutzutage Sodom und Gomorrha, weil Anfang und Ende des Synkretismus: Heidentum und Jesus Christus – alles eine Soße!

Und heute?

 

  1. Mission ist das Herzensanliegen der Amazonas-Synode!

Ich empfehle dringend die Eröffnungsrede von Franziskus am 7.Oktober 2019[2] zu lesen – und zu beherzigen. Warum gibt es eine Amazonas-Synode im Herzen der katholischen Weltkirche? Dort spricht unser Heiliger Vater eindeutig vom Primat der Mission:

„Wir können sagen, dass die Synode für Amazonien vier Dimensionen hat: die pastorale Dimension, die kulturelle Dimension, die soziale Dimension und die ökologische Dimension.“

Denn:

„Die erste, die pastorale Dimension ist die wesentliche: die, die alles umschließt. Wir nähern uns der Wirklichkeit von Amazonien mit christlichem Herzen an und betrachten sie mit den Augen des Jüngers, um sie mit den Augen des Jüngers zu verstehen und zu interpretieren. Denn es gibt keine neutrale Hermeneutik, keine aseptische Hermeneutik: Immer ist sie bedingt durch eine Grundoption, und unsere Grundoption ist die des Jüngers.“

Denn wir Christen wollen die Liebe Gottes in Jesus Christus bringen und blicken auf den Amazonas

„mit Augen des Missionars, denn die Liebe, die der Heilige Geist in uns gelegt hat, spornt uns an zur Verkündigung Jesu Christi. Diese Verkündigung – das wissen wir alle –, darf nicht mit Proselytismus verwechselt werden. Vielmehr nähern wir uns der Betrachtung der Wirklichkeit von Amazonien mit pastoralem Herzen an, mit den Augen des Jüngers und des Missionars, denn uns drängt die Verkündigung des Herrn. Und ebenso nähern wir uns den amazonischen Völkern auf Zehenspitzen an, indem wir ihre Geschichte, ihre Kulturen, ihren Stil, ein gutes Leben zu führen – im etymologischen Sinn des Wortes, nicht in dem sozialen Sinn, den wir ihm oft verleihen – respektieren.“

Es gilt also beides: Natur und Gnade! Die indigene Geschichte und Kultur ist nicht weniger von Gott gewirkt als die reine Heilsgnade in Jesus Christus, denn alles – alles! – ist Teil des Heilswirkens Gottes.

Wir glauben ja nicht nur an den Sohn Gottes, sondern auch an die Allmächtigkeit des Vaters. Denn: es ist immer der eine gute Wille Gottes, der sich sowohl in der je konkreten Geschichte eines jeden Volkes manifestiert als auch im Handeln der Weltkirche.

Wer also meint, dass krasse Heidentum sei immer nur massa perditionis, also reiner Stoff des Bösen, ist kein Katholik, sondern reinrassiger Lutheraner!

Denn nur bei Martin Luther finden wir die Vorstellung, der Mensch ohne Jesus sei nicht mehr imago Dei (Ebenbild Gottes), sondern imago satanae (Zerrbild des Teufels).

 

  1. Warum küsste JPII den Koran?

Der inzwischen heiliggesprochene Johannes Paul II hat während seines Besuches in Syrien das heilige Buch der Moslems, den Koran, geküsst.

Wollte er damit den Hass vieler Islamisten auf Juden und Christen rechtfertigen? Offenbar wollte er eine Geste der Geschwisterlichkeit setzen: wir lieben alle den einen und wahren Gott, den der gemeinsame Stammvater Abraham verehrte.

Die Geste konnte sicher nicht so verstanden werden, als wollte das höchste geistliche Oberhaupt der Christenheit nun Moslem werden. Das Zeichen wurde damals hauptsächlich so verstanden, dass es mehr Gemeinsamkeiten zwischen Christen und Moslems gibt als Trennendes.

Nun, das war eine geradezu atemberaubende Geste, zu welcher nicht jeder fähig ist. Und die missverstanden werden kann.

 

  1. Was würde Kardinal Müller mit den heiligen drei Königen tun?

Wer immer den Anfang des Matthäusevangeliums liest, begegnet der allerseligsten Jungfrau Maria: so anmutig und so tapfer!

Alles, was ihr Sohn, der Sohn Gottes, später vollbringen wird, scheint sie in nuce schon getan zu haben.

Allerkrasseste Heiden, Sterndeuter, kommen als mächtige Könige voll beladen auf Kamelen aus dem fernen Orient daher: vollkommen ungetauft und ohne jede Kenntnis des Judentums.

Das waren keine Beisassen von Juden, also Proselyten, sondern krasse Heiden. Erinnern wir uns an Petrus in der Apostelgeschichte des Lukas: er wollte keinen Umgang mit dem römischen Hauptmann Kornelius, weil er sich nicht unrein machten wollte (vgl. Apg 12,28), aber Jesus erlaubte es ihm – und Petrus verstieß gegen die jüdischen Reinheitsvorschriften.

 

Ich liebe die katholische Mystik, besonders meine Lieblingsheilige Maria Faustina Kowalska. In Deutschland haben wir die großartige Katherina Emmerick. Und gerade heute las ich in ihrem herrlichen Buch über die Jungfrau Maria über die Reliquien der heiligen drei Könige, die sie besaß: Stoffreliquien von den Decken, Umhängen und Teppichen, die sie als krasse Heiden bei Maria in der Geburtsgrotte hinterließen.

Nein, es sind nicht die sterblichen Überreste der drei Könige, die sich später zu Jesus Christus bekehrten; es sind diejenigen Überreste, die von krassen Heiden, den Sklaven der drei Könige, gewebt worden sind, um das Jesuskind zu verehren. Die drei Könige wussten nur, dass Jesus der König der Könige ist. Ungetauft und ohne weitere Offenbarung zogen sie wieder heimwärts.

Um meine Frage zu beantworten: Kardinal Müller würde die Stoffreliquien wie ein zweiter Martin Luther wohl auf dem Petersplatz verbrennen.

 

  1. Der Heilige Vater will den Amazonas missionieren – und Kardinal Müller spuckt ihm ins Gesicht

Ob der eurozentrierte Kardinal und seine Beifallspender es je begreifen werden: ein großer Teil der Menschheit aus dem gewaltigen Amazonas-Becken schaut nach Rom und fragt sich, wie ihre Lage verbessert werden kann!

Und einige Erwählte reisen sogar nach Rom – und ihr Eigentum wird gestohlen, der Lächerlichkeit preisgeben und grob verunehrt, weil es in den Tiber geworden wird!

Wenn JPII den Koran küsste, um seinen Respekt auszudrücken, dann wird hier den Indianern sinnbildlich ins Gesicht gespuckt.

Der Heilige Vater tut gut daran, die Statuen aus dem Tiber wieder in Rom zu zeigen, denn viele Menschen werden sich zu Jesus Christus, dem Licht der Welt, bekehren!

[1] https://www.sufi-braunschweig.de/Papst-Johannes-Paul-II.htm

[2] http://w2.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2019/october/documents/papa-francesco_20191007_apertura-sinodo.html

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