Petrus: der erste Papst war ein Vir Probatus!

Sollten Brandmüller, Burke und Müller ihre Wut vielleicht im Tiber kühlen?

Berlin, 30.Oktober 2019

Vor unseren Augen gibt es zweierlei Welten. Die wahre Wirklichkeit in Rom und einen Heiligen Vater, der die Verheißung Jesu erfüllt.

Und das Paralleluniversum der zeternden Schreihälse um die Kardinäle Brandmüller[1], Burke[2] und Müller[3], die inzwischen das offene Verleumdungsniveau der Piusbrüder[4] noch übertrumpfen.

 

  1. Die Amazonas-Synode erfüllt die Verheißung Jesu

Ja, die Kirche mit Franziskus soll, wie schon zu Zeiten unseres Herrn Jesus Christus, kein „Labor“ von „aseptischen“ Religionsfunktionären sein, sondern ein „Feldlazarett“[5].

Ja, und Jesus beauftragte seine Apostel: „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern“[6].

Niemand zweifelt daran, dass das Amazonasbecken gewaltig und unwegsam ist. Und niemand bezweifelt, dass es schwer erträglich ist, eine so große Weltgegend über viele weitere Jahrzehnte sich selbst zu überlassen.

Ja, unser Heiliger Vater ruft nicht nur den Oktober zu einem besonderen Monat der Weltmission auf, ja, er tut auch etwas.

 

  1. Petrus und die ersten Bischöfe: geweihte Familienväter

Ist es schändlich, an die Heilige Überlieferung, das depositum Fidei, zu erinnern?

Was also lesen wir vom ersten Papst der Weltkirche? Wir lesen, dass er verheiratet war, weil er eine Schwiegermutter[7] hatte: „Jesus ging in das Haus des Petrus und sah dessen Schwiegermutter mit Fieber daniederliegen. Da berührte er ihre Hand und das Fieber wich von ihr, sie stand auf und diente ihm.“[8]

Petrus muss also verheiratet gewesen sein: ob er schon ein Witwer war, wissen wir nicht. Zumindest war er ein bewährter Glaubenszeuge: ein vir probatus!

Nun könnte man einwenden: ein Beispiel, was hilft es?

Petrus und Paulus gehen hier, wie so häufig, zusammen, da passt kein Blatt Papier dazwischen.

 

  1. Die ersten Bischöfe im paulinischen Missionsgebiet

Die ersten Bischöfe, die Paulus allesamt einsetzte, waren: verheiratete Familienväter!

Paulus schreibt an seinen geistlichen Sohn: „Das Wort ist glaubwürdig: Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer großen Aufgabe. Deshalb soll der Bischof untadelig, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, besonnen sein, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren; […] Er muss seinem eigenen Haus gut vorstehen, seine Kinder in Gehorsam und allem Anstand erziehen. Wenn einer seinem eigenen Haus nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen?“[9]

Wie wir alle wissen, ist der Völkerapostel Paulus ein zölibatär lebender Junggeselle gewesen: wie passt nun die Weihe von verheirateten Ehemännern zum Zölibat?

 

  1. Ehelosigkeit, Zölibat und Priestertum

Wer katholisch ist, muss lernen, in Stufen zu denken und mit diesen wesenshaften Unterschieden zu leben.

Derselbe Paulus, der viri probati zu Bischöfen weihte, wirbt für die Ehelosigkeit: „Ich wünschte, alle Menschen wären unverheiratet wie ich. Doch jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.“[10]

Der Grund, den Paulus nennt, ist unmittelbar einsichtig: „Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen.“[11]

Diesen Grund nennt er für die katholischen Laien, die in der Welt leben müssen.

Für die Apostel und geweihten Amtsträger der Kirche gilt die Verheißung Jesu für die Ehelosigkeit: „manche haben sich selbst dazu gemacht – und des Himmelreiches willen.“[12]

Und die katholische Kirche hat nun die Ehelosigkeit des Klerus, Zölibat genannt, zur Pflicht gemacht.

Und: sie erteilt einen Dispens, z.B. bei der Weihe von Pfarrern der anglikanischen Gemeinschaften zu Priester oder von solchen aus den evangelischen Gemeinschaften.

 

  1. Was will die Amazonas-Synode?

Ohne den Ausdruck Viri probati zu nennen, heißt es im Abschnitt 111: „um geeignete und von der Gemeinde anerkannte Männer, die ein fruchtbares Ständiges Diakonat innehaben, zu Priestern zu weihen“[13].

Es geht also um eine weitere Steigerung der Anforderungen: nicht ein vir probatus als solcher soll geweiht werden, sondern ein Ständiger Diakon, also einer, der schon eine theologische Ausbildung hat und erprobt ist.

Also ein Diaconus probatus: und was soll daran so schrecklich sein?

 

  1. De facto sind Frauen schon jetzt Gemeindeleiterin, Akolyth und Lektoren

Und weiter wünschen die Synodenväter: „‘Überdies bitten die Synodenväter darum, Frauen offiziell als Lektorinnen und Akolythen im Gottesdienst zuzulassen sowie in Amazonien ein neues Amt für Frauen einzuführen, nämlich ‚die weibliche Gemeindeleiterin‘(102).“[14]

Der Dienst des Akolythen am Altar und das feierliche Vorlesen der Heiligen Schrift übernehmen schon jetzt Frauen im Gottesdienst: auch ohne die vorgesehene niedere Weihe.

Und Frauen können schon jetzt Vorsitzende eines Pfarrgemeinderates sein.

Vielleicht geht es bei der Formulierung nur um diese Dienste: ohne die entsprechende Weihe?

Sicher, nach dem Motu propio von 1972 namens Ministeria quaedam geht es hier um die niedrigen Weihen des Klerikerstandes, der berechtigt nur Männern vorbehalten ist.[15]

Man muss geweiht sein, um ganz offiziell Akolyth und Lektor zu sein; nur gibt es offiziell praktisch keine Akolythen und Lektoren.

Inoffiziell verrichten vielen Gläubige beiderlei Geschlechtes diese Dienste dennoch.

Wie groß mag wohl hier die Unterwanderung durch Ketzer sein, wenn genau diese Dienste, die doch bisher ‚unter der Hand‘, also ohne Weihe, vollzogen wurden, nun also im Sinne der Weihegrade vollzogen werden – nur mit einem Dispens, weil für Frauen?

 

  1. Fazit: die Pharisäer schäumen vor Wut – ein Bad im Tiber könnte helfen!

Wie wir gesehen haben, kennen die Synodenväter ihre Bibel und das Kirchenrecht – kein Grund zur Aufregung.

Unser Heiliger Vater Franziskus hielt sein Wort.

Überschäumende Wut kann manchmal, manchmal, durch einen Sprung ins kalte Nass gelindert werden, liebe Herren Kardinäle!

[1] http://kath.net/news/69598

[2] http://kath.net/news/69286

[3] http://kath.net/news/69547

[4] https://fsspx.de/de/news-events/news/kommuniqué-von-pater-pagliarani-über-die-amazonien-synode-52055

[5] http://w2.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2014/march/documents/papa-francesco_20140306_clero-diocesi-roma.html

[6] Mt 28,18b.

[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Heilung_der_Schwiegermutter_des_Simon_Petrus

[8] Mt 8,14f.

[9] I Tim 3,1f. 4f.

[10] I Kor 7,7.

[11] I Kor 8,32.

[12] Mt 19,12b.

[13] https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2019-10/synode-amazonien-schlussdokument-abstimmung.html

[14] https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2019-10/synode-amazonien-schlussdokument-abstimmung.html

[15] https://de.wikipedia.org/wiki/Ministeria_quaedam

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