Lieber Kardinal Ouellet: bitte ‚Synodalen Weg‘ stoppen!

Noch ist Zeit: keine deutsche Nationalkirche!

Berlin, 24.November 2019

Ihre Eminenz, sehr geehrter Kardinal Ouellet,

in Ihrem Schreiben vom 4.September 2019 an die Deutsche Bischofskonferenz[1] brachten Sie die Einwände des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte vom 13.August 2019 vor. Die beiden Haupteinwände waren: zum einen die Abweichung von der katholischen Glaubenslehre und zum anderen die Abweichung von der hierarchischen Struktur. So schreibt Pater Iannone zu Recht:

„Wie kann eine Versammlung einer Teilkirche über Themen der Weltkirche beschließen und wie kann sich eine Bischofskonferenz von einer Versammlung dominieren lassen, von der die meisten Mitglieder keine Bischöfe sind?“

  1. Inhalt des ‚Synodalen Weges‘

Vorgestern hat das Laiengremium ‚Zentralkomitee der deutschen Katholiken‘ die Satzung bestätigt, so dass der Weg für den ‚Synodalen Weg‘ frei ist. Am gleichen Tag wirbt das ZdK für ‚Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare‘; dort heißt es:

„Es soll nicht zuerst auf vermeintliche Defizite von Paaren geschaut werden, sondern auf die Liebe, die Paare miteinander leben, und die Gottessehnsucht, die sich in ihrem Wunsch nach einem kirchlich vermittelten Segen ausdrückt. Eine pauschale Abwertung von Partnerschaften, die keine sakramentale Ehe eingehen können, hält das ZdK für nicht tragbar und sieht hier einen dringenden pastoralen Handlungsbedarf. Entsprechend fordert es eine offizielle Entwicklung der liturgischen Praxis in der katholischen Kirche.“[2]

Der derzeitige Präsident des ZdK, Herr Sternberg, hat in einem Interview erklärt: „Die Eucharistie beruht nicht auf der Beichte. Weil die Eucharistie selbst die Kraft hat, die Sünden zu verzeihen. Es ist wahr, dass der Zusammenhang zwischen Eucharistie und Beichte radikal gebrochen ist, er existiert praktisch nicht mehr.“[3]

Im DBK-Papier zum Forum ‚Sexualität‘ vom 13./14.9.19 ist zu lesen.[4]: Onanie wird dort als „self sex[5] propagiert; künstliche Verhütungsmittel: „nicht jeder Sexualakt muss zeugungsoffen bleiben“[6]; homosexuelle Partnerschaften: „auch gleichgeschlechtliche Handlungen verwirklichen positive Sinnwerte“[7]; Ehebruch und Wiederheirat sind gemeint, wenn im Hinblick auf die sakramentale Ehe festgestellt wird: „durch vielerlei Lebenskonstellationen ist es nicht allen Menschen möglich, diese Höchstform der partnerschaftlichen Beziehung einzugehen“[8]; vorehelicher Geschlechtsverkehr: „Beziehung von Unverheirateten, sofern ihre Verbindung auf Dauer und Ausschließlichkeit angelegt ist“[9] Der ‚Synodale Weg‘ will praktisch in so genannten Diskussionsforen eigentlich nur die kirchliche Lage in Deutschland rechtfertigen: 90% der Katholiken gehen nicht zum Sonntagsgottesdienst, nur ein winziger Bruchteil beichtet. In der Präambel heißt es ganz eindeutig: „Wir sehen, dass es für viele Menschen die Kirche selbst ist, die das Bild Gottes verdunkelt.“[10]

  1. Der ‚Synodale Weg‘ widerspricht dem Kirchenrecht

Das Diktum von Kardinal Marx, der ‚Synodale Weg‘ brauche gar nicht mit dem Kirchenrecht vereinbar sein, weil er ein Weg „eigener Art“[11] sei, spricht Bände. Die eindeutige Vorgabe des Päpstlichen Rates, den ‚Synodalen Weg‘ im Sinne des Kirchenrechtes zu erklären, wurde Hohn gesprochen – nach dem Motto: „Das Kirchenrecht brauchen wir Deutschen nicht!“ Auf mutmaßlich 110 Kleriker kommt eine Mehrheit von 118 Laien[12].

  1. Fragen

Warum ein so krasses Ungleichgewicht zwischen Klerikern und Laien, das nirgendwo begründet wird? Welchen Status haben die ‚Vorlagen‘, wie sie in Artikel 10 genannt werden, und die dann als ‚Beratungsergebnisse‘ zur ‚Beschlussfassung‘ kommen sollen?

Und warum soll es in der Weltkirche eine Ortskirche geben, die eigene ‚Beschlussfassungen‘ hat?

  1. Fazit

Der ‚Synodale Weg‘ ist letztlich der Deckname eines Trojanischen Pferdes, das nicht nur ‚Vorschläge‘ unterbreitet, sondern durch den öffentlichen Prozess der medialen Begleitung als geistliche Meinungsmachungsmaschine dient, um den Druck auf die wenigen Bischöfe zu erhöhen, die Rom treu sind.

 

Bitte stoppen Sie diesen frechen Angriff auf Lehre und Hierarchie sofort!

Gottes reichen Segen!

Ihr

Stephan Gröne

 

 

[1] https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2019/2019-09-04-Schreiben-Rom-mit-Anlage-dt-Uebersetzung.pdf

[2] https://www.zdk.de/veroeffentlichungen/pressemeldungen/detail/ZdK-verabschiedet-Erklaerung-Segen-schenken-Segensfeiern-fuer-gleichgeschlechtliche-Paare–1289o/

[3] http://www.kath.net/news/59225

[4] https://dbk.de/fileadmin/redaktion/bildmaterial/themen/Synodaler_Weg/Arbeitspapier-Stand-10.-Sept.-2019_Forum-Sexualmoral.pdf

[5] A.a.O., 14.

[6] Ebd.

[7] Ebd.

[8] A.a.O., 15.

[9] Ebd.

[10] https://dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2019/2019-178a-Satzung-Synodaler-Weg.pdf , 1.

[11] Ebd.

[12] A.a.O., 2.

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