Wenn Jesus in Deutschland geboren wäre

Die Weihnachtsgeschichte in Berlin

Berlin, 29.Dezember 2019

Jetzt stellt euch mal vor, Maria hätte in Berlin ihr Kind geboren, also hier und heute. Ich glaube: das wäre voll das pralle Leben, echt!

 

  1. Polizei schaltet sich ein

Maria weiß von dem Engel Gabriel: „Ich bin schwanger von Gott!“ Denn der Engel sprach: „Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.“(Lk 1,31f)

Wenn sie das bei uns auf dem Potsdamer Platz erklären würde, käme die Polizei und dann die Klapse.

 

  1. Sozial-Psychiatrischer Dienst schlägt Entmündigung vor

Da Maria minderjährig ist (15!) und praktisch in einer Kinderehe mit einem älteren Mitbürger namens Josef aus Nazareth verbunden ist, kann es sein, dass diese Kinderehe für nicht rechtskräftig erklärt wird. Als Minderjährige braucht sie einen Vormund.

 

  1. Vormund beschließt Abtreibung

Da minderjährig und wohl mit Wahnvorstellungen behaftet („schwanger von Gott“), greift der Paragraf 218: die Schwangerschaft darf ‚unterbrochen‘ werden, also das Kind getötet werden – nach psycho-sozialer Indikation.

 

  1. Anzeige wegen Tierquälerei

Jesus wurde in einer Krippe geboren – also hatten die Tiere nichts zu fressen, weil Jesus ja den Platz wegnahm, logisch, oder?

 

  1. Anzeige durch Jugendamt

Ein Stall, und gerade im lauschigen Berlin, ist nicht geeignet für das Gebären von Kindern: Gebärende kommen mit der Obdachlosenhilfe in Kontakt…

 

  1. Anzeige durch das Gesundheitsamt

Offenbar hat Maria ihr Kind ganz alleine zur Welt gebracht, amtlich geprüfte und bestellte Hebammen waren wohl nicht dabei – ein Fall für die Gesundheitsbehörden.

 

  1. Stern von Bethlehem I: Zeichen des Klimawandels

Das Erscheinen des Sterns von Bethlehem führt zu Massendemonstrationen ungeahnten Ausmaßes: die Friday-for-future-Bewegung stürmt das Kanzleramt und verlangt eine Erklärung, Greta T. fällt in Ohnmacht – sie meint mit Asterix und Obelix: „Der Himmel fällt uns auf den Kopf“.

 

  1. Stern von Bethlehem II: NASA und NATO

Da es sich um ein nicht-identifiziertes Flugobjekt (UFO!) handelt, wird auf den Himmelskörper sowohl die nordamerikanische Weltraumüberwachung aufmerksam als auch das größte Militärbündnis der Welt – man kann ja nie wissen…

 

  1. Staatskrise durch Heilige drei Könige

„Könige aus dem Fernen Osten dringen in Deutschland ein!“ titelt die Bild-Zeitung. Weil sie vergessen haben, ein Einreise-Visum zu beantragen, werden sie festgenommen.

Fremdenfeindliche Demonstrationen werden durchgeführt – Tenor: „Was haben die Araber im christlichen Abendland zu suchen?“

 

  1. Verfassungsschutz greift gegen „neugeborenen König der Juden“ durch

Wir leben in einer Demokratie – also sind Könige nicht vorgesehen. Maria als Königinmutter (!) dient der falschen Staatsform.

Dem Grundsatz nach müsste sich mindestens unter Hausarrest stehen.

 

  1. Attentat durch feministische Femen-Fundamentalistinnen

Nur mit größter Not gelingt es der Polizei die brennende Krippe zu löschen und Jesus aus den Klauen der aufgebrachten Furien zu retten.

Denn Maria hatte deutlich von ihrem „Herrn“ gesprochen: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,28)

Gott als Herrn zu haben, sich Dienerin (Magd) zu nennen und Gehorsam zu sein – das ist heutzutage zutiefst altmodisch, ja sexistisch, weil es an das Patriarchat erinnert. Gott ist Pater, also Vater, das geht gar nicht.

 

  1. Seuchenschutz durch Veterinäramt

Die mitreisenden Kamele der heiligen drei Könige werden notgeschlachtet – aus Angst vor der Maul- und Klauenseuche.

 

  1. Sondersitzung des Bundestages

Auf Antrag der CDU/CSU (!) beschließt unser Parlament in höchster Dringlichkeit folgendes Maßnahmenpaket: ‚Verbringung eines staatenlosen Kindes in dessen mutmaßliche Heimat‘.

Die AfD stimmt dem Vernehmen nach zu – unter einer Bedingung: die Mutter muss die Kosten übernehmen.

 

  1. Fazit

Es war von Gott höchst weise, Jesus vor gut zweitausend Jahren zur Welt kommen zu lassen – unsere Gesellschaft wäre gar nicht reif für den neugeborenen König der Juden!

Können wir in Deutschland etwas mit der Frage der heiligen drei Könige anfangen: „Wo ist der neugeborene König der Juden“(Mt 2,2a)?

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