Abtreibung

Der jüdische ‘Welt’-Autor Hannes Stein spricht mir aus dem Herzen

Berlin, 28. Juni 2018

Das ich das noch erleben darf: meine absolute Lieblingszeitung ‘Die Welt’ urteilt deutlich – durch ihren Autor Hannes Stein ( Hannes Stein gegen Abtreibung  ):

Er stellt  richtig fest:

Schon früh in der Schwangerschaft kann der Fötus verschiedene Geschmäcker unterscheiden. Das kleine Wesen im Mutterleibt freut sich, wenn es gesichtsförmige Dinge sieht. Von der achtundzwanzigsten Schwangerschaftswoche an kann der Fötus weinen. Kurzum: Die Wissenschaft hat festgestellt, dass es sich beim Fötus nicht um ein Ding, nicht um eine krebsförmige Wucherung, nicht um eine bewusstlose Anhäufung von Zellen, sondern um ein Kind handelt, das noch keine Luft atmet.

Und:

Bei den Römern wurde jedes neugeborene Kind dem Familienvater vor die Füße gelegt. Wenn er es aufhob, wurde das kleine Wesen großgezogen; wenn er es liegenließ – weil es verkrüppelt war; weil er fand, er habe schon genug Kinder -, wurde das Baby im Wald ausgesetzt, wo es verdurstete, verhungerte oder von wilden Tieren gefressen wurde.

Und deshalb fragt er vollkommen zu Recht:

Sollten wir es wirklich als Triumph, als gesellschaftlichen Fortschritt feiern, wenn wir wieder vor die Zeit Kaiser Konstantins zurückgehen? Menschen sind Menschen. Menschen haben Rechte. Diese Rechte genießen sie unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht, Alter oder Grad der Behinderung. Und eines Tages werden unsere Nachfahren baff sein über die antike Härte, mit der wir eine ganze Generation von Ungeborenen ausgetilgt haben, nur weil sie am Down-Syndrom litten.

Und:

Ich bitte meine progressiven Freunde also um Verzeihung, wenn ich mich bei der allgemeinen Freude über die jüngste Abschaffung des Abtreibungsverbots in Irland nicht so ganz mitfreuen kann.

Lieber Gott, gib, dass Hannes Stein deine große Barmherzigkeit noch viel besser erkennt. Amen.