Argumente für die Beichte

Warum die häufige Beichte?

Berlin, 19.Juli 2018

Wer einmal verstanden hat, dass die Sünde – egal, ob schwer oder lässlich – wirklich anderen Menschen Beschwernisse bringt, die leider manchmal nicht aus der Welt zu schaffen sind, der wird gerne Beichten.

Wir wissen aus der Lehre der Kirche, dass unsere Sakramente Gnade schenken, also die Wirkkraft Gottes, um unsere böse Geneigtheit zur Sünde zu überwinden.

Leider geht das nicht ein für alle Mal, sondern nur täglich: täglich muss der alte Adam, also unsere böse Begierlichkeit, überwunden werden.

Die Begierlichkeit zeigt sich bei uns Menschen zuerst in dem Gefühl der Unlust, sodann im Verstand als Trägheit, schließlich als Versuchung zur Tat und dann zur Sünde.

Die alte Schlange, der Teufel, weiß genau, dass er bei geübten Christen nicht so schnell vorankommt – weshalb er uns zermürben möchte.

Und wir können die Absicht des Teufels buchstäblich durchkreuzen – und schon gegen die Unlust die Tugend, also die Freude am Guten, setzen.

Denn wer beichten geht, geht gleich zu Jesus selbst.

Natürlich gibt es gerade im Bereich der lässlichen Sünden viele Möglichkeiten, der Vergebung:

  1. Das Gebet
  2. Almosen
  3. Fasten
  4. Eucharistie

Und der Katechismus sagt es eigentlich am besten in Paragraph 1458:

„Das Bekenntnis der alltäglichen Fehler, der läßlichen Sünden, ist genaugenommen nicht notwendig, wird aber von der Kirche nachdrücklich empfohlen [Vgl. K. v. Trient: DS 1680;  [link] CIC, can. 988, § 2]. Das regelmäßige Bekenntnis unserer läßlichen Sünden ist für uns eine Hilfe, unser Gewissen zu bilden, gegen unsere bösen Neigungen anzukämpfen, uns von Christus heilen zu lassen und im geistigen Leben zu wachsen. Wenn wir in diesem Sakrament öfter das Geschenk der Barmherzigkeit Gottes empfangen, wird es uns drängen, selbst barmherzig zu sein wie er [Vgl. Lk 6,36.].“

Die Vorteile der häufigen Beichte, also z.B. wöchentlich, aber sind am größten, weil das Sakrament uns die große Nähe zu Jesus schenkt:

  1. Jesus selbst ist in Person des Priesters gegenwärtig: Privataudienz beim König – ganz exklusiv für alle Königssöhne.
  2. Die außerordentliche Schärfung des Gewissens durch Einübung der Regelmäßigkeit.
  3. Die große Ich-Stärke zu meinem eigenen Unrecht zu stehen – und es in seinen Folgen bewusst mildern zu wollen.
  4. Der gute Ratschlag des Priesters: schenken wir dem Stellvertreter unsere Schwäche und unsere Versuchungen – er weiß gewiss mehr!
  5. Das Verdemütigen im Beichten der unangenehmsten Verfehlung, z.B. sexueller Art (jetzt im heißen Sommer durch falsche Augenlust praktisch täglich) hilft, den Hochmut – die Wurzel aller Sünde – mindestens zu dämpfen.
  6. Sich nie allzu sicher am Ziel wähnen, sondern Pilger bleiben – und Einkehr an der Raststätte Jesu im Stuhl der Barmherzigkeit halten.