Der echte Franziskus

Ein Gigant unter den Heiligen

Berlin, 10.Februar 2018

Was soll ich sagen? Wer das große Glück hat, einem Heiligen zu begegnen, der schaut Jesus.

Als guter Lutheraner dachte ich immer: Heilig zu sein, wäre gar nicht schlecht, aber geht auf Erden gar nicht. Also mussten die Heiligen Heuchler sein, die etwas vorgaukeln, was sie gar nicht sind.

Und dann kam bei mir das große Nachdenken, als ich katholisch wurde. Denn mir fiel Gott sei Dank ein kleines Büchlein mit echten Sprüchen, Erlebnissen und den wenigen Dokumenten des authentischen Franziskus in die Hände (Herderbücherei Band 630): ‚Geliebte Armut‘.

Zum ersten Mal las ich von einem wirklichen Heiligen. Und sofort dachte ich: entweder ist der so wie Jesus oder Jesus war ein Lügner.

Es war für mich auf einmal vollkommen glasklar: der Heilige Franziskus musste von Gott sein und das Evangelium leben – oder das Evangelium ist eine Lüge, weil es nicht zu leben ist.

Im ‚Spiegel der Vollkommenheit‘ ist zu lesen (zitiert nach der Herderausgabe, Seite 63):

So geschah es einmal, daß ein Bruder dem andern in Gegenwart eines Edelmanns von der Insel Zypern ein verletzendes Wort hinwarf, und wie er bemerkte, daß jener deshalb ein wenig erregt war, entbrannte er gleichsam vor Rache gegen sich selbst, hob den Mistbollen eines Esels auf, zerrieb ihn in seinem Munde mit den Zähnen und sprach: „Mist kauen soll der Mund, der gegen meinen Bruder das Gift des Zornes speit!“

Das ist der Hammer: lebenspraktisch schreiten diese liebenswerten Jünger zur Tat und tun das, was Jesus selbst auch tun würde, sich nämlich in Sanftmut und Demut üben.

Und: wer Eselsmist zerkaut ist sicher auch einer, der es sich beim nächsten Mal besser überlegen wird, alleine schon wegen des üblen Nachgeschmacks …

Ja, das ist lebensklug – und wunderschön.

Ich habe es selbst einmal probiert. Da wir keine Esel in Berlin haben, nahm ich Pferdebollen – hier ist der Beweis: Pferde-AA-Challenge!