Homo-Häresie im Erzbistum Berlin

Leugnung der katholischen Sexualmoral auf allen Ebenen

Berlin, 13.August 2018

Als ich vor 11 Jahren katholisch wurde, hätte ich niemals gedacht, dass es möglich sei, dass ein ganzes Bistum vor der Häresie kapitulieren könnte. Ich habe mich getäuscht.

Wer in meinem Erzbistum Berlin das Evangelium von der Vergebung der Sünden hören will, hat keine Chance. Weil nicht mehr von Sünde die Rede ist, gibt es auch kein Evangelium von der Vergebung der Sünde. Überhaupt nur das Wort ‘Sünde’ lautmalerisch zu vernehmen, ist praktisch unmöglich.

Noch unmöglicher ist es, die geltende Lehre zur katholischen Sexualmoral zu hören, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Und noch nie hat es einen katholischen Bischof gegeben, der gleichgeschlechtliche Sexualität nicht nur verharmlost, sondern diese schwere Sünde sogar leugnet: so üble Sakrilegien, wie sie schon in Sodom und Gomorra geschehen sind.

Wenn Sie die folgenden Dokumente lesen, werden Sie leicht erkennen, was in aller Öffentlichkeit jedem Bürger erkennbar ist, da im Internet zugänglich.

–          In aller Öffentlichkeit finden sich auf den Internetseiten des Erzbistums Berlin Materialien, die in keiner Weise christliches Gedankengut enthalten: stattdessen geht es um die Vergötzung der Sexualität durch krasses Heidentum.

–          Die Selbstverständlichkeit, mit welcher diese Materialien öffentlich gemacht werden, lässt darauf schließen, dass es in keiner Weise eine innerkirchliche Diskussion im Erzbistum über die Sexualpädagogik gibt, weshalb die hier genannten Materialien einen Endpunkt im status confessionis markieren.

–          Die im Zeitungsartikel zum Fachtag ‚In Freiheit und Verantwortung‘ genannte Teilnehmerzahl von 200 bedeutet, dass von der Zielgruppe von 1390 Mitarbeitern[1] knapp 15% beteiligt waren, was m.E. auf einen hohen Wirkungsgrad schließen lässt. Oder anders ausgedrückt: eine innerkirchliche Opposition, die treu zur katholischen Lehre steht, ist nicht vorhanden.

Umso dringender muss im Erzbistum Berlin gegengesteuert werden: der Fisch stinkt vom Kopf her – und damit sind auch viele hauptamtliche Mitarbeiter gemeint.

Nur durch ein entschiedenes Gegensteuern kann das Evangelium von der Vergebung unserer Sünden in Jesus Christus wieder verkündigt werden: derzeit wird es eklatant geradezu unterdrückt.

Kirchenlehre über die gelebte Homosexualität

Im Alten Testament ist der Topos ‚Sodom und Gomorra nach Gen 18f‘ deutlich genug. Im Neuen Testament sagt der Völkerapostel in Röm 1,27f Entsprechendes.

Der Katechismus der Katholischen Kirche lehrt in KKK 2357 deutlich: „Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet [Vgl. Gen 19, 1-29; Röm 1,24-27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10.], hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, „daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind” (CDF, Erkl. „Persona humana” 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“

Unabhängig, ob es eine genetische Veranlagung gibt oder nicht, ist die homosexuelle Handlung niemals gut. Der homosexuell veranlagte Christ, der seine sexuelle Versuchung zur homosexuellen Unzucht nicht bekämpft, sündigt schwer.

Als ordinierter Kleriker hat Erzbischof Heiner Koch zweifelsohne Kenntnis von der geltenden Kirchenlehre.

 

Die öffentliche Verkündigung von Erzbischof Heiner Koch über Homosexualität

Erzbischof Koch sagt in aller Öffentlichkeit, dass er von der kirchlichen Lehre auf dem wichtigen Feld der Homosexualität gar nichts hält. In keiner Weise spricht er von der Sünde der gleichgeschlechtlichen Unzucht, weshalb die notwendige Umkehr des Sünders entfällt.

Mit einem Wort: es braucht gar keine Frohe Botschaft von der Sündenvergebung mehr, weil es gar keine Sünde gibt.

 

  1. Beleg: Pastoralplan der Jugendseelsorgekonferenz 2010

Die ‚Jugendseelsorgekonferenz des Erzbistums Berlin‘ stellte schon im Januar 2010 eindeutig fest: „Außerdem ist es nach unserer Erfahrung nicht möglich, einerseits homosexuelle Jugendliche nicht zu diskriminieren bzw. vor Diskriminierung zu schützen und andererseits praktizierte Homosexualität zu verurteilen. […] Dies können wir auch aus pastoralen Gründen nicht vertreten, da die Kirche Heilsgemeinschaft für alle Menschen sein will.“[1]

Das Zitat erlaubt nur einen Schluss: Jugendseelsorger, die nach diesem Pastoralplan arbeiten, vermitteln die kirchliche Lehre nicht.

Erzbischof Koch ist seit September 2015 Hirt des Bistums und somit dafür verantwortlich.

 

  1. Beleg: Berliner Fachtag ‚In Freiheit und Verantwortung‘ am 23.2.2016 über Sexualpädagogik

In seinem Bistum Berlin fand am 23.2.2016 ein Fachtag zum Thema Sexualpädagogik statt. Im Grußwort des Bischofs heißt es dazu: „Eine Kirche, die den Menschen heutzutage versucht, ihre Meinung aufzuzwingen, ist verrückt.“[2]

In allen mir vorliegenden Materialien ist es nicht möglich, die katholische Sexualmoral auch nur für ein Fallbeispiel erläutert zu bekommen. Das Wort ‚Sünde‘ kommt nicht vor. Selbstbeherrschung im Sinne von Triebsublimation durch Keuschheit, z.B. in der Ehe, ist nicht vorgesehen.

Stattdessen heißt es in Arbeitsmaterialien – in wahllosen Beispielen, die im Internet verfügbar sind:

–       „‘Sexualität kann begriffen werden als allgemeine Lebensenergie, die sich des Körpers bedient“(Zitat von U.Sielert aus dem Vortrag von Ann-Kathrin Kahle)[3]

–       „Anregung einer Auseinandersetzung mit Methoden der Empfängnisregelung und Verhütung: Wirkung, Sicherheit, ethische Aspekte“[4](unter der Rubrik ‚Aufgabe‘ der Katholischen Schwangerschaftsberatung)

–       „‘Fick nicht mein Hirn!‘“: Forderung nach „Austritt aus der moralisch-ethischen Komfortzone“[5]

–       „Will die Kirche […] ernstgenommen werden, […] muss sie die Sexualität aus dem Turm herausholen, in die sie sie gesperrt hat.“[6](Wunibald Müller)

–       „Liebe (im Vollsinn von Eros und Agape) und die im Geist erneuerte Einsicht (Logos) bilden die Grundprinzipien der menschlichen Geschlechtlichkeit.“[7]

–       „Die Sexualität bestimmt die ganze Existenz des Menschen“[8].

–       „Sexualität ist Lust und Freude an der Erfahrung der Ganzheit im Leib und wesentliche Ausdrucksform der Lebendigkeit.“[9]

–       „Die Auseinandersetzung Jugendlicher mit ihrer sexuellen Orientierung und persönlichen Fragen nimmt kirchliche Jugendarbeit ernst und begleitet sie.“[10]

–       „Sexualpädagogik in der Jugendpastoral hat zum Ziel, dass ‚Vertrauen in die Liebe‘ zu stärken, ‚ohne die Augen vor der Brüchigkeit menschlicher Existenz‘ zu verschließen.“[11]

–       „Kann ich gekündigt werden…?“[12](Beratung der Anwesenden über den Geltungsbereich der katholischen Lehre in Bezug zu ihrem Angestelltenverhältnis)

–       „Wie funktioniert Blasen?“[13]

–       „Grabbelsack“: „rosarote Brille, Bravo, Rasierer, Kondom, Federn, Dildo, Schnuller, Handy, Hygieneartikel, Handschellen..“[14]

–       „Mike (15) und Joshua (17) haben sich letztens beim Onanieren mit ihren Handys gefilmt, weil sie es lustig fanden.“[15]

–       „‘Die Sexualität ist die faszinierende Kraft, die uns zum Leben und zur Liebe antreibt, sie ist die eigentliche Quelle der Spiritualität‘“[16](Pater Anselm Grün).

 

  1. Beleg: Interview am 26.12.2017 im ‚Tagespiegel‘

Im Leitmedium der Hauptstadt, der Tageszeitung ‚Der Tagesspiegel‘, sagte er am 26.12.2017, also zu Weihnachten: „Die Liebe zwischen Mann und Mann oder Frau und Frau und die zwischen Mann und Frau, die Eltern werden wollen, ist zu unterschiedlich, als dass ich dafür denselben Begriff wählen würde.“[17]

Was meint er? Er meint, dass es solche und solche Liebe gibt. Aber eben Liebe. Nein, von Sünde, von Sünde überhaupt, ist im gesamten Interview nicht die Rede. Gott wird Mensch, um Sünder (Ehebrecher, Räuber, Mörder und unzüchtige Homosexuelle) zu retten – das kommt weder dem Wortlaut noch dem Sinne nach vor.

Dann sagt er: „Bei der Ehe für alle weiß ich, dass für viele die Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Liebe das Hauptziel war. Dass dahinter Erfahrungen stehen, diese Wertschätzung nicht erlebt zu haben, tiefe Verletzungen, und dass wir als Kirche da auch Schuld haben, ist unstrittig.“(Ebd.)

Mit einem Wort: Schuld tragen nicht die offenbaren Sünder, die offenbare Schande mit ihrem eigenen Geschlecht treiben. Nein, Schuld trägt die Kirche. Nicht der Sünder ist sündig, sondern die Kirche trägt ihre Schuld.

 

  1. Beleg: Interview mit der linken Tageszeitung taz vom 30.1.2017

Ein Jahr zuvor sprach Erzbischof Heiner Koch mit der linken Tageszeitung ‚taz‘ am 30.1.2017 – also eine Woche nach der Verabschiedung des ‚Wortes der deutschen Bischöfe‘ am 23.1.17.

Auf die Frage des Journalisten nach der so genannten ‚Ehe für alle‘: „Aber geht denn die katholische Kirche auf solche Partnerschaften zu?“, antwortet Koch: „Ich will alle Formen des Zusammenlebens unterstützen, die dem Menschen dienen und Verbindlichkeit schaffen in dieser Gesellschaft. Trotzdem würde ich aus einem Einzelfall, der sehr positiv sein kann, nie eine Regel machen. Ich glaube, für ein Kind ist es das Beste, wenn es mit Vater und Mutter groß wird.“[18]

[1] http://www.bdkj-berlin.de/site-bdkj-berlin.de/assets/files/2612/pastoralplan-kinder-jugend-erzbistum.pdf

[2] https://www.erzbistumberlin.de/medien/schlaglichter/schlaglicht/datum/2016/02/23/noch-viele-tabusberliner-fachtag-ueber-sexualpaedagogik-unter-dem-dach-der-kirche/

[3] https://www.katholisches-netzwerk-kinderschutz.de/fileadmin/user_mount/PDF-Dateien/Seelsorge/KNK/2016KNK_Workshop.pdf

[4] https://www.katholisches-netzwerk-kinderschutz.de/fileadmin/user_mount/PDF-Dateien/Seelsorge/KNK/2016KNK_Caritas_SKF.pdf  Konzeption für die sexualpädagogische Arbeit im Rahmen der Katholischen Schwangerschaftsberatung, S.8.

[5] https://www.katholisches-netzwerk-kinderschutz.de/fileadmin/user_mount/PDF-Dateien/Seelsorge/KNK/2016KNK_Jugendsprache.pdf , Workshop der caritas, S.8.

[6] https://www.katholisches-netzwerk-kinderschutz.de/fileadmin/user_mount/PDF-Dateien/Seelsorge/KNK/2016KNK_Was_solls_Mueller.pdf  Was soll’s? Katholische Sexualmoral in Freiheit und Verantwortung, 2.

[7] https://www.katholisches-netzwerk-kinderschutz.de/fileadmin/user_mount/PDF-Dateien/Seelsorge/KNK/2016KNK_Sexualpaedagogik.pdf  Sexualpädagogisches Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit im Erzbistum Berlin, 3.

[8] A.a.O., 4.

[9] Ebd.

[10] A.a.O., 6.

[11] A.a.O., 8.

[12] https://www.katholisches-netzwerk-kinderschutz.de/fileadmin/user_mount/PDF-Dateien/Seelsorge/KNK/2016KNK_Kuendigung.pdf   Referent war Wolfgang Bürder: er informiert die Hauptamtlichen, inwieweit ihre Loyalität zum katholischen Arbeitgeber gehen muss.

[13] http://www.katholisches-netzwerk-kinderschutz.de/fileadmin/user_mount/PDF-Dateien/Seelsorge/KNK/2017KNKPraxistippsfürdenEinsatzvonMethoden.pdf Praxistipps, 3.

[14] A.a.O., 5.

[15] A.a.O., 8; es folgt eine ausführliche rechtliche Bewertung.

[16] https://www.katholisches-netzwerk-kinderschutz.de/fileadmin/user_mount/PDF-Dateien/Seelsorge/KNK/2016KNK_TdH.pdf  ‚Noch viele Tabus‘, Tag des Herrn 10, 6.März 2016 (katholische Wochenzeitung für das Erzbistum Berlin).

[17] https://www.tagesspiegel.de/politik/erzbischof-heiner-koch-der-grosse-wurf-heisst-freiheit-fuer-die-familie/20789090.html

[18] http://www.taz.de/Berlins-Erzbischof-Koch-ueber-Homoehe/!5375413/

[1] https://www.erzbistumberlin.de/wir-sind/ordinariat/dezernat-personal/dezernat-i-personal/ : 90 Pastoral- und Gemeindereferenten (90) sowie 1300 Mitarbeiter im Schuldienst.