Natürlich katholisch!

Meine Bekehrung zu Jesus vor genau 26 Jahren!

Ich weiß es noch genau: mein Gewissen ließ mir keine Ruhe. Ich hatte mich mit meinen Eltern zerstritten. Ich meinte, sie hätten Unrecht, ja wären sogar unmoralisch.

Und ich geriet in eine Abwärtsspirale: es konnte nichts gut sein an ihnen. Je mehr ich mich an die guten Dinge erinnerte, umso mehr wollte ich nur noch schwarz sehen.

Und dann war da eine sanfte Stimme der Zärtlichkeit: sollte das alles stimmen? Sollte wirklich alles schwarz sein?

Es war mein Gewissen, was mich an all das erinnerte, was gut war: ein zartes Streicheln Gottes tief in mir drin.

Vor 26 Jahren machte ich gerade einen Erste-Hilfe-Kurs für meinen Führerschein. Es war so kalt wie heute: klirrende Kälte bei Sonnenschein.

Und dann brach das Eis. Zum ersten Mal in meinem Leben kniete ich nieder und betete. Noch an diesem Samstagabend. Ich weiß gar nicht mehr, was ich sagte.

Und am nächsten Tag, es war ein Sonntag, ging ich zum ersten Mal in meinem Leben bewusst in eine Kirche zum Gottesdienst. Sie war gleich gegenüber.

Von einem Tag auf den anderen veränderte sich mein Leben. Ganz untypisch in meiner Familie. Denn niemand lehrte mich etwas über Gott; niemals zuvor besuchte ich einen Gottesdienst.

Meine Bekehrung war für mich wie die Heimkehr nach Hause. Ich fühlte mich buchstäblich wie ein Kind, das sich verlaufen hatte und den Weg zurückfand.

Mein Blick auf meine Eltern änderte sich: was mich ärgerte, blieb und empörte mich weiterhin. Aber ich empfand mehr Liebe für sie, denn ich sah nun auch, wie sie geworden waren.

Und ich empfand auf einmal Dankbarkeit. Ich wusste, dass meine Eltern verletzlich waren – so wie ich auch. Ich konnte meine Eltern auf einmal so sehen, wie ich wollte, dass ich gesehen werde: die Goldene Regel unseres Herrn Jesus – ohne das Evangelium zuvor je gelesen zu haben:

Alles, was ihr also von anderen erwartet, wollt, das tut auch ihnen! (Mt 7,12a)

Die Abwärtsspirale war durchbrochen: die Liebe hatte gesiegt!

Dankbarkeit ist tatsächlich das Hauptkennzeichen einer Bekehrung: genau zu wissen, dass alles Gnade ist und ganz anders sein könnte!
Und genau zu wissen: genau so, wie es ist, ist es gut – und darf nicht anders sein.

Und was daraus folgt ist die übergroße Liebe zu Gott, dem Geber alles Guten, derjenige, der uns aus dem ‚Gesetz des Todes‘, der Abwärtsspirale der Undankbarkeit, heraushebt.

Das Zweite Vatikanische Konzil schreibt dazu sehr schön:

Das Gewissen ist der geheimste Kern und das Heiligtum des Menschen, in dem er mit Gott allein ist, dessen Stimme in seinem Innern erklingt.(Gaudium et Spes, Teil1, 16)

Halleluja: der schönste Tag meines Lebens ist genau dieser Tag Ende Januar 1991!

Und eines der schönsten Lieder, die genau davon handeln, ist jenes evangelische, was ich unerschrocken gesungen habe (weil sicher klanglich falsch) und so sehr liebe:

Wie ein Fest nach langer Trauer

Wie ein Fest nach langer Trauer,
wie ein Feuer in der Nacht.
Ein off’nes Tor in einer Mauer,
für die Sonne auf gemacht.
Wie ein Brief nach langem Schweigen,
wie ein unverhoffter Gruß.
Wie ein Blatt an toten Zweigen
ein-ich-mag-dich-trotzdem-Kuss.So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein.
So ist Versöhnung, so ist vergeben und verzeih’n. 2x

Wie ein Regen in der Wüste,
frischer Tau auf dürrem Land.
Heimatklänge für vermisste,
alte Feinde Hand in Hand.
Wie ein Schlüssel im Gefängnis,
wie in Seenot – Land in Sicht.
Wie ein Weg aus der Bedrängnis
wie ein strahlendes Gesicht.

So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein.
So ist Versöhnung, so ist vergeben und verzeih’n. 2x

Wie ein Wort von toten Lippen,
wie ein Blick der Hoffung weckt.
Wie ein Licht auf steilen Klippen,
wie ein Erdteil neu entdeckt.
Wie der Frühling, wie der der Morgen,
Wie ein Lied wie ein Gedicht.
Wie das Leben, wie die Liebe,
Wie Gott selbst das wahre Licht

So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein.
So ist Versöhnung, so ist vergeben und verzeih’n. 2x